13.01.2017

16145316_10210805379544137_883385046_o.jpg [18.01.17]Die Freien Demokraten des Kreisverbands Meißen trafen sich am Sonnabend, 14.01.2017 in der Niederlommatzscher "Elbklause", um neben der Durchführung eines Kreisparteitags die Delegierten zur Landesvertreterversammlung und den Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl zu wählen.

Für die Liberalen im Wahlkreis 155 wird der 27jährige Diplom-Soziologe und Kommunikationswissenschaftler Maximilian Schikore-Pätz ins Rennen gehen. Er ist verheiratet, in Meißen geboren, lebt in Coswig und arbeitet in Radebeul für einen Dachverband der Jugendarbeit im Landkreis Meißen. Er ist Kreisvorsitzender der FDP Meißen. 

In seiner Rede Sprach Maximilian Schikore-Pätz unterschiedlichste aktuelle Problemfelder an. Einen Auszug aus seiner Rede finden Sie hier:

"In Zeiten in denen oft jenseits allen Anstandes argumentiert wird müssen wir wieder anfangen, nicht nur mit Sachargumenten die wirklich wichtigen Fragen zu bearbeiten. Vor allem müssen wir wieder nach dem Sinnvollen und Machbaren schauen. Wir können uns noch Jahre über den Sinn oder Unsinn einer Obergrenze für Flüchtlinge Gedanken machen, oder wir konzentrieren uns darauf, wie wir eigentlich vor Ort wirklich mit denjenigen umgehen, die nun einmal da sind. Und natürlich sind hier von der Bundesregierung Fehler gemacht worden und die darf man auch benennen. Aber Ziel der FDP darf es nicht sein, sich mit der Frage auseinander zu setzen, was wäre gewesen wenn wir diese Situation mitgestalten hätten können. Ziel der Freien Demokraten und der Politik muss es doch sein Antworten auf die Fragen zu finden die sich jetzt stellen. Und diese Fragen stellen unser Land schon vor eine immense Zerreisprobe: Wollen wir nur um mehr Sicherheit zu erlangen wirklich unsere offene Gesellschaft aufs Spiel setzten? Wollen wir ganze Gruppen, ja im Falle der immer wieder hervorgeholten Vorratsdatenspeicherung alle Bürger unter Generalverdacht stellen und unser Land abschotten und die Augen davor verschließen, was auf dieser Welt passiert? Oder schauen wir genau hin, was eventuell Maßnahmen sein können, um Straftaten zu verhindern und ob dazu die bestehende Gesetze nicht eigentlich ausreichen und wir vielmehr ein Durchsetzungsproblem haben?

Und wie schaffen wir es eigentlich wieder das Vertrauen in unser politisches System herzustellen. Wir können mit den Sicherheitsgesetzen gegen diejenigen vorgehen, welche mit physischer aber auch verbaler Gewalt versuchen unsere Demokratie zu gefährden. Egal ob dies nun Extremisten der rechten, der linken oder irgendeiner religiösen Seite sind. Aber wie schaffen wir wieder Vertrauen bei denjenigen, die verunsichert sind, was die Leistungsfähigkeit der Politik angeht. Dieses Vertrauen stellen wir gewiss nicht dadurch her, dass zum xten Mal die Abminderung der kalten Progression versprochen wird und dann wieder nichts passiert, so wie es die Union gerade macht. Oder in dem wir kleine und mittelständige Unternehmen mit immer neuen Vorschriften konfrontieren, egal ob Mindestlohn oder Lohngleichheitsgesetz gerade, oder oder oder, nur weil Einzelne sich nicht so verhalten, wie es sich gehört? Muss dann jeder in Mithaftung genommen werden? Oder wenn der Staat, anstatt genau dies zu unterstützen und zu vereinfachen Menschen, welche ein Unternehmen gründen wollen (Neudeutsch: Start-Ups), Menschen also welche nicht nur für ihr eigenes Leben Verantwortung übernehmen wollen, sondern auch noch Arbeitsplätze schaffen, dann auch noch Steine in den Weg legt? Gerade wir hier im ländlichen Raum haben mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit oftmals auch unsere Problem. Aber wie soll das auch besser werden, wenn wir in Zeiten von Shareconomy, in Zeiten einer immer vernetzteren immer globaleren Wirtschaft nicht einmal schaffen überall schnelles Internet zu haben? 

Und es gibt auch einen Grund, warum die Bundespartei "Beste Bildung" zu einem ihrer zentralen Themen gemacht hat. Ich habe immer meine Bauchschmerzen, wenn es darum geht beispielsweise das Kooperationsverbot abzuschaffen. In meinem Beruf habe ich aber auch sehr viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun... Leider viel zu selten treffe ich dabei auf junge Menschen, die dazu bereit sind ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Aber nur wer genau dies kann, der kann auch Verantwortung übernehmen. Nur der kann neue Ideen entwickeln und genau die brauchen wir, wenn wir auf zukünftige Herausforderungen Antworten haben wollen. Wir haben gerade erfahren, dass wir einen riesigen Haushaltsüberschuss haben - und damit Schulden zu tilgen ist auch nicht ganz verkehrt. Aber man kann auch eine Teil dazu verwenden, eben einmal die Mitte zu entlasten. Oder investiert eben einmal in die Jugendarbeit, in Bildung, in Bildungsinfrastruktur, gerade digitale."

Die randvolle Tagesordnung beinhaltete darüber hinaus noch Berichte zur Kreisvorstandsarbeit, der finanziellen Situation des Kreisverbands sowie Grußworte vom sächsischen FDP Generalsekretär Torsten Herbst, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden Robert Malorny und dem Dresdener JuLiA-Vorsitzenden Sven Künzel.


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